Peru part I – die große Planänderung

English version below 🙂

“Lima lohnt nicht – da braucht Ihr nur zwischenlanden und könnt direkt weiter!” haben viele Bekannte gesagt. Wir entscheiden uns dennoch, zumindest 2 Nächte und damit gut 1,5 Tage zu bleiben, um uns unser eigenes Bild zu machen. Und werden nicht enttäuscht. So landen wir gegen Abend ordentlich durchgeschüttelt nach Umfliegen des ein oder anderen Gewitters über dem Golf von Panama am Jorge Chavez International Airport. Wir haben uns für zwei Nächte im Alpes Lima Hostel ein privates Zimmer genommen, und das Hostel hat für uns einen Taxi-Transfer organisiert. Der kostet ca. 70 Soles, umgerechnet ca. 17,- EUR. Im Nachhinein stellt sich raus, dass man sich auch hier mit UBER ein klein wenig günstiger hätte bewegen können. Da das Internet am Airport aber nicht funktioniert war das dann auch nicht wirklich eine Option. Und trotz dass es ein System öffentlicher Busse gibt, ist dieses bei Unkenntnis der Haltestellen und zur Abendzeit dann doch eher mit Vorsicht zu genießen. Denn wie genau das läuft, werden wir am kommenden Tag noch erfahren 🙂

Wir übernachten im Stadtteil Miraflores, ein eher aufstrebendes Viertel voller Hotels, Hostels, Bars, Restaurants und Clubs. Da wir noch Hunger haben, ziehen wir noch einmal los, essen Pizza und schlafen dem Tag in Lima entgegen.

Frühstück im Hostel ist inklusive, und so machen wir uns frisch gestärkt auf den Weg zur Free Walking Tour “Lima by walking“, welche uns nach Downtown führt. Dazu müssen wir u.a. Bus fahren, und das wiederum geht nur, wenn man eine wieder aufladbare Karte hat, mit der man eincheckt. Wenn man die nicht hat, dann spricht man einfach einen einsteigenden Fahrgast an, gibt ihm 2,50 Soles pro Person für die Fahrt und er hält die Karte für uns dann zwei mal ans Drehkreuz – funktioniert erstaunlich gut, anscheinend kennt man das Spiel mit den Touristen 🙂 Limas Downtown an sich ist geprägt von kolonialem Stil und schönen Bauten, kleinen Restaurants und natürlich der Plaza de Armas, dem Hauptplatz, vor welchem direkt der Präsidentenpalast steht. Wir erleben die Wachablösung, ein einstündiges Ritual, welches jeden Tag um die Mittagszeit stattfindet, begleitet von der Militärkapelle, welche mit zeitgenössischer Musik von ABBA bis Despacito aufwartet. Anschließend geht es weiter, rund um Downtown, und am Ende steht eine Verköstigung von Pisco Sour und anderen kleinen lokalen Schnäpsen an, bevor wir uns dann am Nachmittag zurück auf den Weg ins Hostel machen.

Am Abend sitzen wir dann mit anderen Reisenden in der hauseigenen Bar, trinken noch etwas und philosophieren übers Reisen, hören spannende Geschichten von Menschen aus aller Welt und genießen die Zeit. Irgendwann wirds auch Zeit fürs Bett, denn am kommenden Mittag gegen 14:00 wollen wir nach Cusco – eine 22stündige Busfahrt mit Cruz del Sur in die Anden!

Doch zuvor besuchen wir morgens noch das Larcomar Einkaufszentrum, eine Mall, die quasi in die Klippen über Waikiki Beach an der Pazifikküste Limas gebaut wurde. Ziemlich beeindruckend und sehr schön gemacht, mit Blick über den Strand und die Küste. Wir trinken einen Kaffee, essen ein Stück Kuchen und machen uns dann langsam auf zum Busterminal.

Wir fahren in der Cruzero Suite. Überlandbusse in Südamerika und manchen anderen Staaten sind nicht unbedingt vergleichbar mit deutschen Standards. Es gibt breite Ledersessel, die sich um 160 Grad neigen lassen, Service an Bord und 2 Mahlzeiten. So lässt sich die Fahrt auch bei der Länge einigermaßen aushalten. Während Regina dann auch ganz gut Schlaf findet, hadert Chris ein wenig mit den tollkühnen Manövern des Busfahrers. Nachts im Dunkeln ganz vorn im Doppeldecker oben zu sitzen, heißt nämlich gleichermaßen in jeder engen Kurve dieses Andenpasses bereits über dem Abgrund zu schweben… Nichts desto trotz kommen wir gegen Mittag des nächsten Tages wohlbehalten in Cusco an, machen uns auf den Weg zum Atawkama Hostel und relaxen den restlichen Tag, um uns ein wenig zu akklimatisieren.

Leider geschieht in genau dieser ersten Nacht das Unerwartete. Über Nacht entwickelt Chris einen sehr starken Husten, Schmerzen in der Brust und totale Schwäche. Am nächsten Morgen muss ein Arzt her, die Diagnose: akute Höhenkrankheit, Sauerstoffgehalt im Keller und Puls und Blutdruck ganz oben. Man wird ein wenig hektisch, mit Blaulicht gehts ins Krankenhaus, eine englischsprachige Reiseklinik, die sich genau auf solche Fälle spezialisiert hat. Nach einem Lungen-Röntgen ist man jedoch etwas ratlos. Es zeigen sich Ödeme, Flecken auf der Lunge und definitive Flüssigkeitsansammlungen. Ein Ultraschall sowie CT bringen schließlich Klarheit: anscheinend handelt es sich um eine bakteriell ausgelöste Lungenentzündung, die bereits schon länger im Körper ist, dann aber auf Grund der Höhe akut wurde. Und wir stellen fest, dass wir genau hier am besten aufgehoben sind. Die Versorgung geht blitzschnell, die Klinik ist hochprofessionell und unsere Auslands-Krankenversicherung scheint sich auszuzahlen. Ein Riesen-Dank geht demnach an das gesamte Team des O2 Medical Network hier in Cusco, das war wirklich einsame spitze! Dennoch, Chris muss 2 Nächte bleiben, erhält einen guten Mix aus Antibiotika und jede Menge anderen stabilisierenden Medikamenten, dafür aber auch ein Privatzimmer mit Zustellbett für Regina. Nach einer weiteren Behandlung in der Druckkammer darf Chris dann am dritten Tag aus der Klinik, es scheint noch mal alles glimpflich abgelaufen zu sein. Und mal wieder mit ein wenig Glück im Unglück: wäre die Situation irgendwo auf dem Inka-Trail während der Wanderung eingetreten, bestimmt auch nur noch halb so gut.

Aber genau der war damit natürlich auch gelaufen – oder eben genau nicht. Denn gebucht hatten wir einen Tourstart für den Morgen von Chris Entlassung. Und genau da gebührt der nächste größte Dank der Flexibilität und Fürsorge unseres Guides Edwar von Qosqo Expeditions, der für uns wirklich alles möglich gemacht hat! Nicht nur, dass er Chris im Krankenhaus besucht, sondern auch direkt die passenden Änderungen und Optionen auf Lager hat, um doch noch eine entsprechende Tour nach Machu Picchu machen zu können, ohne wenn und aber alles organisiert! Mit ein wenig Verspätung starten wir dann eine ganz privat geführte 4-Tages-Tour mit den archäologischen Stätten der Inka rund um Cusco, lernen über die geschichtlichen Hintergründe und die Entstehung der gigantischen Tempelanlagen.

Tag 2 und 3 verbringen wir im wunderschönen Urubamba Tal, dem heiligen Tal der Inka. Wir übernachten in der luxuriösen Casa Andina Lodge nahe der Stadt Ollantaytambo und besuchen nicht nur die Stätten der Inka, sondern z.B. auch die Salinen von Maras, eine Salzgewinnungsanlage mit über 7000 kleinen Pools, um Salz für das ganz Land zu gewinnen. Am letzten Tag fahren wir dann mit dem wunderschönen Vistadome-Express nach Aguas Caliantes, wo bereits under Guide Freddy auf uns wartet, um uns gut 2,5 Stunden durch Machu Picchu zu führen. Die Landschaft, die Anlage und auch das erhabene Gefühl zu sehen, was dort geschaffen wurde, ist atemberaubend, und Wanderung hin oder her, jede Sekunde ist es wert, dort zu sein. Nach einem weiteren Mittagessen in der Sanctuary Lodge verabschieden wir uns und machen uns auf den Weg mit Zug und Bus zurück nach Cusco.

 

Wir bleiben noch 2 Nächte im Gaia House, bevor es für uns weiter geht nach Arequipa. Ja, Arequipa, denn nach Chris Lungenentzündung und dem Rat der Ärzte, nicht zwingend in neue Höhen vorzustoßen, haben wir auch entschieden, die Reisepläne ein wenig zu ändern. Wir streichen die ursprüngliche Idee, über La Paz und Rosario nach Buenos Aires zu fahren und machen uns lieber auf den Weg Richtung Süden, um für Chile und Patagonien fit zu sein. Ein wenig Wehmut schwingt mit, aber wir sind auch nicht unterwegs um durch Länder zu hetzen. Also freunden wir uns mit dem Gedanken an und vertagen zumindest Buenos Aires auf eine andere Reise 🙂

English Version

„Lima is not worth it – just do a stopover and continue straight away!” many of our friends said. We decide anyway to stay at least 2 nights and therefore a god 1.5 days to get our own picture – and won’t be disappointed. In the evening, after quite a turbulent flight around a few thunderstorms, we land at Chorge Chabez international airport. We booked a double room in the Alpes Lima hostel which also offered a taxi transfer from the airport. That is approx. 70 soles, round about 17 EUR. The aftermath shows that we might have gotten away cheaper with an UBER, but since the WiFi at the airport was not working, UBER wasn’t really an option. And even though there is a public transport system, this needs an understanding of the stops and is to be used with care, especially at night. How exactly this is going to work, we should find out the other day.

We’re staying in Miraflores, a nice and bubbly part of the city full of Hostels, Bars, Restaurants and Clubs. Since we’re still hungry, we just go out for a quick Pizza and off to bed early to be ready to explore the city the next morning.

Breakfast is included in our room rate, so we start the day with the free walking tour “Lima by Walking”, which leads us through downtown. To get there, we need to take the bus, and this actually only works if you have a rechargeable ticket which you need to check in at each station. If you don’t have it, just talk to someone entering the station, give him the 2,50 soles per person and ask him to get you through with his or her card. Works surprisingly well, apparently they know about the “tourists” in the city. Lima downtown as such is characterized by colonial style buildings, small restaurants and the “Plaza de Armas” the main square, with its presidential palace. We experience the changing of the guards, a one hour showcase taking place every day around mid-day, accompanied by the military music ensemble which plays music of ABBA and even Despacito. We finish the tour through downtown with a Pisco Sour tasting and other local shots before we head back to the hostel in the afternoon.

The evening we spend with other travellers in the hostel-owned bar, having good conversations over a couple of drinks, listen to exciting stories from people and simply enjoy the time. At some stage, it’s time for bed, because at 2pm the following day we need to board our bus to Cusco – a 22 hour trip with Cruz del Sur towards the Andes.

But before we leave, we’re going to visit the Larcomar Mall, built literally into the cliffs above Waikiki beach at Lima’s pacific coast. Really impressive and with some beautiful shops, with a view over the beach and the coastline. We’re having a coffee and a nice piece of cake, then head back to the hostel and to the bus terminal.

We’re traveling in the Cruzero Suite. Regional buses in South America and some other countries are not necessarily comparable with German standards. In a positive way. There are wide leather seats with a 160 degree recline and 2 meals and snacks on such a long ride. And while Regina is finding some sleep, Chris is actually struggling with the harsh manoeuvres of the bus drivers. At night in the dark, being seated in row one on the upper level, means you’re sitting in front of the wheels. And this means that in every narrow turn, you’re actually floating above the ground. Nevertheless, we arrive in Cusco safely around 1pm the following day, get on the way to our hostel and relax the rest of the day to acclimatize a bit.

Unfortunately, during the first night, the unexpected happened. Chris develops a strong cough, shortness of breath and chest pain. The next morning we need to call in a doctor, and the diagnosis is quick: severe altitude sickness, oxygen saturation down, heart rate and blood pressure rocketing. The doctor is getting a bit stressed, with an ambulance we rush to the hospital, am English speaking travellers clinic specialised on those cases. After the x-ray however, again a bit irritation. There’s an unclear liquid and some undefined spots on the lungs, so that only another ultrasound and CT will shed some light on what has happened. Apparently there has been a bacterial lung infection which has been in the body a bit longer, and couldn’t cope with the altitude. And we realize that we’re perfectly taken care of where we are. The treatment is super quick, everyone is highly professional and our travel insurance seems to pay off. A big THANK YOU goes out to the whole team of the O2 Medical Network in Cusco, this has been awesome! Chris needs to stay 2 nights though, receives a mixture of two antibiotics and some other stabilizing medication, is given a treatment in the compression chamber and has a private room including a bed and food for Regina too. On the third day, Chris is discharged and it seems we’re getting away lucky. It could have happened on the Inca Trail and not in the city of Cusco, that might have been a different thing.

But exactly the Inca trail was then not an option any more, since we booked the start of the hike for the morning of Chris’ hospital release. And here, the next big THANK YOU is for our tour operator and guide Edwar of Qosqo Expeditions, who made the impossible possible. Not only that he visited Chris in the hospital, thanks to his flexibility, we could change all plans and Edwar designed a whole new program for us, so that we could still do a tour and eventually see Machu Picchu. And with a little delay, we’re starting a privately guided 4-day tour by seeing the Inca archeological sites around Cusco, getting to know all historical backgrounds and insights of the inca history. Day 2 and 3 we spent in the beautiful sacred valley, where we stay in the Casa Andina lodge close to Ollantaytambo. During the days, we visit not only the Inca sites in the valley, but also the Salinas de Maras, a salt farm with more than 7000 pools producing salt for the country. And on the last day, we take the beautiful Vistadome Express to Aguas Calientes, where our guide Freddy is already waiting to show us around Machu Picchu for another 2.5 hours. The scenery and also the spirit of the site is absolutely breathtaking, and hiking or not, every second up there is worth it! We’re having another lunch in the Sanctuary Lodge before we head back on the train and bus to Cusco.

We spend 2 more nights here in the Gaia House before we’re heading off towards Arequipa. Indeed, Arequipa, because after Chris sickness and the advice not to spend more time in higher altitude, we’ve also decided to change our travel plans a bit. We skip the original idea to go on to La Paz, Rosario and Buenos Aires and decide to move towards Chile and Patagonia, to be fit for the hikes in the south. We’re a bit sad, however we’re not traveling to rush through countries. So we’re getting fine with being flexible and postpone at leas Buenos Aires to another time 🙂

Costa Rica – Pura Vida zwischen den Ozeanen

English version below!
Nicht genug Zeit? Kurz und knapp – unsere persönlichen Tips gibts am Ende des Textes!

Es geht also los: nach einem guten halben Jahr in Vancouver entkommen wir der Kälte und machen uns auf den Weg in unser nächstes Abenteuer. Teil zwei unseres Jahres führt uns einmal rund um die Welt. Als Beginn dieser Reise haben wir Costa Rica ausgewählt. Zum einen, weil der Flug dorthin verhältnismäßig günstig war – ok, mit einem 15stündigen Zwischenstopp in Chicago 😀 – zum anderen, weil es als Paradies in Mittelamerika gilt und für uns als beste Option erschien, sich ein wenig zu „akklimatisieren“. In der Hinsicht, wieder mit dem Rucksack unterwegs zu sein und öfter als gewöhnlich die Unterkunft zu wechseln. Schlichtweg, wieder in die Reisewelt einzutauchen.

Und das ist auch ganz gut so, nicht alles hat am Anfang direkt seinen Platz gefunden, diverse Dinge müssen sich einspielen und auch das Gewicht auf dem Rücken muss sich ein wenig einpendeln. Da wir alles dabeihaben, inklusive Schlafsack, Isomatten, Zelt und Klamotten für unterschiedliche Wetterlagen, fällt ebendies auch recht satt aus. Gute 17kg für Regina und über 20 für Chris rechtfertigen mal ganz schnell die neuen Rucksäcke. Ein wenig mehr dazu, wie wir packen und für welche Modelle wir uns entschieden haben, gibt’s demnächst in den Reiseinfos.

Was uns aber super freut, ist auch diesmal nicht auf Besuch aus der Heimat verzichten zu müssen. So landet Anja, unsere liebe Freundin aus Bonn, knappe drei Stunden nach uns in San Jose, wo wir auf sie warten. Es stellt sich heraus, dass auch in San Jose bereits UBER Einzug gehalten hat, damit lässt sich der Transfer zu unserer ersten Unterkunft, einem Guesthouse in Downtown, ganz einfach von 30 USD für ein Taxi auf ca. 10 USD reduzieren. Zu dritt kein Problem, und definitiv zu empfehlen, da die Busverbindungen entsprechend lange dauern.

Wir verbringen den Abend zu dritt in San Jose, erkunden noch ein wenig die Innenstadt und versuchen uns am ersten einheimischen Abendessen, wobei die gebratenen bzw. frittierten Bananen am ungewöhnlichsten daherkommen. Sehr lecker und gar nicht mehr nach Banane schmeckend, werden wir da noch öfter zugreifen.

Am ersten Tag heißt es dann früh aufstehen, bereits um 6:15 morgens wartet unser Bus zum Tortuguero Nationalpark an der Ostküste. Dort haben wir uns für die kommenden zwei Nächte in der Caribbean Paradise Eco Lodge eingebucht, und man hat uns für 50 USD einen Transfer angeboten. Zwei Dinge sind hier erwähnenswert: a) Tortuguero erreicht man nur per Boot von La Pavona oder anderen Orten am Fluss, es führt keine Straße hinein. Und b) haben wir das große Glück, dass unser Transfer von Jungle Tom Safaris durchgeführt wird, und für die anderen Teilnehmer ein Tagesausflug ist. Damit kommen wir in den Genuß, eine geführte Tour auf dem Weg zur Lodge zu haben und damit bereits jede Menge Tiere, Natur und Bananenplantagen zu sehen. Unser Guide German ist einfach sensationell, es gibt Frühstück und eine gehörige Portion Landesgeschichte. Diese Art der Kombination ist der perfekte Start für uns.

Die Ecolodge selbst ist ein kleines Paradies auf Erden. Direkt am Fluss gelegen, inmitten des hiesigen Tropenwaldes, ganz liebevoll geführt und mit Kokosmilch empfangen, fühlen wir uns sofort wohl. Von dort aus lassen sich außerdem die verschiedensten Touren machen, von Wanderungen im Dunkeln, Kajaktouren oder einfach nur mit dem Boot nach Tortuguero selbst zu fahren. Das machen wir dann auch, und genießen bei einem kühlen Bier erst mal den Sonnenuntergang direkt am Fluss, bevor wir uns auf eine kleine Nachtwanderung begeben, um die nachtaktive Tierwelt zu erkunden. Den zweiten Tag verbringen wir ganz ehrlich ein wenig mit Faulenzen und einem kleinen Streifzug durch den Lodge-eigenen Wanderweg.

Denn am nächsten Tag geht es auch schon weiter, und zwar in Richtung Cahuita. Ron, ein Guide aus der Lodge, bietet an, uns mit dorthin zu nehmen, also geht es mit dem Boot (diesmal ein reguläres Taxi) in rasanter Geschwindigkeit wieder zurück nach La Pavona und von dort aus in den Süden. In Cahuita entscheiden wir uns für die Cabinas Tito, ebenfalls eine liebevoll geführte kleine Sammlung von Mini-Bungalows in einem wunderschönen Garten. Knappe 8 Minuten Fußweg zum Ortskern und zum Strand sind bei dem herrlichen Wetter auch kein Problem. Eine gemütliche Bar direkt am Eingang zum Nationalparkt bietet übrigens Happy Hour von 3-6 Uhr an, Zeit für Cocktails 🙂 Wir verbringen insgesamt 3 Nächte in Cahuita, besuchen zwischendurch auch Puerto Viejo, das uns wesentlich touristischer und irgendwie nicht ganz so sympathisch erscheint wie Cahuita, genießen das Essen und machen uns am Samstag per Bustransfer auf nach San Jose, um unseren für die zweite Woche gebuchten Mietwagen abzuholen. Ganz ok so, denn genau an diesem Morgen fängt es an zu regnen…

In der Tat ist es manchmal ratsam, wenigstens ein paar Brocken Spanisch auf Lager zu haben. Die Frage nach „sprechen Sie englisch“ wird am Busbahnhof in San Jose mit einem simplen „no“ quittiert, und das war es dann auch. Mit besagten Grundkenntnissen in der Landessprache findet Anja dann zumindest den Weg zum Busterminal heraus, wo wiederum ein Bus zum Flughafen abfährt. Zum ersten Mal müssen wir mit vollem Gepäck einen längeren Weg durch die Stadt zurücklegen, aber auch das funktioniert. Nicht ohne Schweiß auf der Stirn, aber es klappt.

Von Europcar erhalten wir den – Zitat Regina – „ranzigsten Mietwagen, in dem wir jemals gesessen haben“. Was vielleicht auch gar nicht schlecht ist, wir wollen gar nicht erst mit einem Neuwagen auffallen. Immerhin fährt er, hat eine Klimaanlage und bringt uns an diesem Tag sehr sicher nach La Fortuna. Autofahren ist in Costa Rica kein Problem, und Chris fühlt sich ob des exzessiven Gebrauchs der Hupe, was hier zum guten Ton gehört, pudelwohl. In La Fortuna verbringen wir 2 Nächte im Backpackers Fortuna Hostel. Die einzige nicht so ganz gute Erfahrung. Denn während das Hostel zwar super gelegen ist und mit einem Begrüßungsdrink aufwartet, so lässt sich leider der Schimmel im ziemlich ramponierten Bad und die Hellhörigkeit nicht weg reden. Der Typ neben uns im Zimmer schnarcht so laut, als läge der bei uns in der Besucherritze… Auch sonst ist La Fortuna irgendwie anders als erwartet. Dass der Vulkan in den Wolken verschwunden sein kann, war uns klar, aber generell kostet alles, und wirklich alles dort, Geld. Und zwar einzeln. So schlägt der La Fortuna Wasserfall mit 15 USD, der Wanderweg im Westen des Vulkans mit 16 USD, und der Nationalpark mit ebenfalls 15 USD zu buche. Den südlichen Rio Aguas Calientes inkl. seinem Wasserfall nennt dann sogar die Observatory Lodge auf dem Gelände Ihr eigen und verlangt ebenfalls Eintritt. Ein Trost: auf Höhe von Tabacón, zwischen La Fortuna und dem Nationalpark, gibt es eine öffentlich zugängliche Stelle des warmen Flusses, und die ist dann wirklich super. Wer schon immer mal mitten im Urwald in einem warmen Fluss baden wollte, sollte dorthin. Man kann am Straßenrand parken, die Einweiser sehen fürs Aufpassen aufs Auto gern ein „Trinkgeld“ von 1000 Colones, ca. 1,40 EUR. Völlig ok im Vergleich zu den unserer Meinung nach überzogenen Tour- und Attraktionspreisen.

Wir verlassen La Fortuna in westlicher Richtung und machen uns auf den Weg nach Monteverde bzw Santa Elena, um die berühmten Nebelwälder zu sehen und wenn möglich auch eine Zipline-Tour zu machen. Wie sich herausstellt, ist diese Region des Landes auch nur über mindestens 30km Staubstraße zu erreichen. Klar, dass unser Mietvertrag sagt, wir dürfen da nicht lang fahren. Auch klar, dass wir es trotzdem tun. Noch klarer, dass es definitiv mit einem Allradfahrzeug besser klappen würde, aber mit ein wenig Vorsicht und so lange es nicht aus Eimern regnet, auch kein Problem ist. Zum Problem wird erst das Wetter vor Ort. Tatsächlich erleben wir an diesem Abend in Santa Elena einen ungewöhnlich heftigen Tropensturm, der uns den Regen von allen Seiten um die Ohren peitscht, und die Temperaturen soweit stürzen lässt, dass die Damen in der Nacht tatsächlich die Schlafsäcke auspacken müssen. Da das Wetter am kommenden Morgen nur mäßig besser aussieht, verwerfen wir schweren Herzens die Zipline und den Besuch im Nebelwald und machen uns auf den Weg an die Pazifikküste, um lieber noch etwas Sonne zu tanken.

Zunächst begeben wir uns nach Quepos, wo wir eine Nacht im Hotel Sueño Tranquilo bleiben. Auf dem Weg dorthin sollte man die Brücke über den Rio Tarcoles nicht auslassen. Unter der Brücke sonnen sich in der Regel um die 30 wild lebendende Krokodile, definitiv einen kurzen Fotostopp wert. In Quepos selbst verbringen wir den Abend bei einem Drink in der mindestens genauso berühmten Bar El Avion, gebaut in einem alten Transportflugzeug, welches auf einer Klippe steht. Ein sehr cooles Erlebnis. Trotz einigermaßen leerem Tank schaffen wir es zurück zur Stadt, essen in der La Cocina zu Abend und entscheiden uns, dass wir die letzten Tage bis zur Abreise in einem Hostel in Uvita verbringen.

Das Ballena Roja, geführt von einem deutschen Paar, ist wirklich ein kleines Juwel. Am südlichen Ende von Uvita, nur 3 Gehminuten vom Strand gelegen, ist es der perfekte Ort zum Entspannen und für Touren in die Umgebung. Wir genießen das warme Wasser des Pazifik, saugen die Sonne auf und liegen unter Palmen. Einen kleinen Tagesausflug machen wir dann aber doch noch, und zwar zu den Nauyaca Wasserfällen. Und die sollte man wirklich gesehen haben. Für 8 USD Eintritt muss man zwar noch 4km zu den Fällen hin wandern (auch hier gilt: ja, der Parkplatz ist entgegen der Empfehlung gut mit einem Zweiradantrieb zu erreichen), dafür erwartet uns ein karibisches Badeparadies. Da gibt es nicht viele Worte, schaut Euch einfach die Bilder an, es sieht wirklich so aus.

Am Sonntag morgen machen wir uns dann schweren Herzens auf den Weg zurück nach San Jose. Wie immer gingen die zwei Wochen viel zu schnell rum, und bei einem letzten Imperial am Airport lassen wir die Zeit noch ein wenig Revue passieren. Für uns geht es weiter nach Peru, während wir Anja wieder auf den Heimweg nach Deutschland verabschieden.

Fazit dieser Reise, Costa Rica ist ein wunderschönes Land, und klar hätte man mal wieder viel länger bleiben können. Der Wehmutstropfen, die Nebelwälder nicht gesehen zu haben, bleibt, aber ab April 2018 fliegt die Lufthansa ja auch direkt nach San Jose – die Möglichkeit zur Wiederkehr hat man immer. Besser früher als später, denn die weitere touristische Erschließung hat gerade an Fahrt aufgenommen…

Kurz & knapp – unsere persönlichen Tips:

  • Es gibt UBER Service in San Jose. Ein wenig teurer als der Bus, dafür wesentlich bequemer und schneller als dieser und günstiger als ein Taxi.
  • San Jose als solches kann in einem Tag besichtigt werden.
  • Der Tortuguero Nationalpark ist absolut sehenswert und sollte nicht ausgelassen werden.
  • Cahuita ist gemütlicher und authentischer als Puerto Limon oder Puerto Viejo.
  • In La Fortuna kostet leider alles Eintritt. Bis auf die öffentliche Badestelle in Tabacón, diese macht dafür umso mehr Spaß.
  • Je nachdem, wie flexibel man sein möchte, lohnt sich ein Mietwagen. Wir haben für 8 Tage inkl. aller Kilometer und Versicherungen 288,- EUR bezahlt. Einen Link zu billiger-mietwagen gibt’s oben im Menü, definitiv einer unserer bevorzugten Anbieter.
  • 2 Wochen sollte man mindestens einplanen, besser drei, um ein wenig mehr Luft zu haben. Speziell wenn man einen langen Flug aus Deutschland nehmen muss.

 

English Version

So here we go: after more than 6 months in Vancouver, we escape the cold and start off to our next adventure. Part 2 of our year off will be traveling right around the world. As a starting point, we chose Costa Rica. On the one hand because the flight was rather affordable – ok, including a 15 hour layover in Chicago 😀 – on the other hand because it’s known as a paradise in central America and for us being the best option to get “climatized”. In a way to be on the road again with a backpack and changing places more often than usual. As simple as diving into travel life again.

And this is exactly perfect, not everything is in place right from the beginning, some things have to get into flow and also the weight on your back needs to be adjusted. Since we’ve got a lot of gear with us, including sleeping bags, pads, tent and clothing for more than one climate zone, this is one of the main concerns. A good 17 kilos for Regina and more than 20 for Chris quickly justify our new packs. We’ll provide a bit more info on our gear and how we pack in our travel information soon.

However, one thing that we’re super happy about is that also this time we’ll be accompanied by a visitor from home. Out dear friend Anja from Bonn lands about 3 hours after ourselves in San Jose where we’ve been waiting. We realize that UBER is available in San Jose, so the transfer to our guesthouse in downtown gets rather cheap. 10 USD for an UBER compared to about 30 USD for a Taxi, UBER is still more pricy than the bus, but way more convenient. For 3 people not an issue then.

We spend the evening in San Jose, exploring downtown and testing our first local dinner, with pan-fried and deep-fried bananas being the newest thing to us. Super tasty and not even banana flavoured any more, we’ll have those more often.

On day one, we need to get up early, our bus to Tortuguero National Park on the eat cost waits at 6:15am. We’ve booked the next 2 nights in the Caribbean Paradise Ecolodge, and they organised a transfer for us at 50 USD. Two things are worth mentioning: a) you can reach Tortuguero only by boat, either from La Pavona or other little towns around the river. And b) have we been super lucky to be booked on a transfer organised by Jungle Tom’s Safaris, being a day tour for all other participants. Which meant on the way to the lodge we already saw tons of animals, nature and banana crops. Our guide German was sensational, we’ve had breakfast included and some great stories about Costa Rican history. This kind of tour has been the perfect start for us.

The Ecolodge itself is a little paradise on earth. Directly located on the river, in the middle of the rainforest, with lovely owners and welcomed with coconut water, we feel immediately at home. As a base, you can do several tours, night walks, kayaking on the river or just catch a boat to Tortuguero town. And this is exactly what we do, having a cold beer while watching the sunset before going on a night walk to see nocturnal wildlife. The second way we pretty much relax and spend some time on the lodge-owned walking trail.

On the next day we already move on, in direction Cahuita. Ron, a local guide, offers to share the ride, so we board the boat again (this time a regular taxi) and literally speeded through the jungle back to Pavona and from there by car to the south. In Cahuita, we decide to stay in Cabinas Tito, again a beautiful little set of mini-bungalows in the middle of a lovely garden. Just about 8 minutes walk to the centre of the little town and to the beach, no problem in beautiful sunshine! A nice bar directly at the entrance to the national park offers happy hour from 3-6pm, cocktails galore 🙂 We spend a total of 3 nights in Cahuita, visiting Puerto Viejo for one day, which appears way more touristy and not as beautiful to us as Cahuita, enjoy the food and make our way via bus to San Jose on Saturday. We’ve booked a rental car for the second week, and it’s perfectly timed, since in that moment it starts to rain in Cahuita…

Indeed, sometimes it’s worth having learned at least some tiny bits of Spanish. The question “do you speak English” was answered with a simple “no” at San Jose bus station – and that’s about it. With thankfully some basic knowledge in Spanish, Anja manages to at least find out the way to the bus station to the airport. For the first time, we need to walk a longer strip through the city with all our luggage, it works perfectly. Not without some sweating, but it works 😀

Europcar provides us with – statement Regina – the shittiest rental car she ever sat in. However, this might be just right, we don’t wanna catch attention with a brand new shiny something. It drives, has an aircon and brings us safely to La Fortuna on that day. Driving a car is not an issue in Costa Rica, and Chris is feeling perfectly well honking all the time, which is apparently a must-do over here. We spend 2 nights in the Backpackers La Fortuna Hostel. The only not so perfect experience. While the hostel is perfectly located on the main road in La Fortuna, close to everything, and offering a welcome drink, one can’t deny the mould in the very shabby bathroom and the noise which is traveling through the walls. Seriously, the guy in the room next door was snoring and we’ve had the feeling he was lying right in our bed. And also, La Fortuna itself is somewhat different from what we expected. We were aware that the volcano can be covered in clouds, but everything, really everything around that area costs money separately. La Fortuna waterfall entry at 15 USD, a walking trail west of the volcano at 16 USD and the national park as such also 15 USD. The south part with Rio Aguas Calientes and another waterfall is actually owned by the observatory lodge and also charged with entrance fee. One good thing: right beside the road at Tabacón, between La Fortuna and the national park, there is a public access to the hot river, and this is actually really cool! If you ever wanted to swim in a warm river in the middle of the rain forest, you should go there. You can park beside the road, and the guy taking care of you car is happy with a tip of 1000 colones, approx. 1,40 EUR. Definitely worth it compared to the rip offs for a walking trail.

We leave La Fortuna direction west and make our way to Monteverde, or better Santa Elena, to see the famous cloud forest and if possible go on a zip line tour. As we experience, this region is only connected via at least 30km of dirt road. Logically, our rental agreement clearly prohibits the use of our car on those. Clearly, we go anyways. Even more clear that a 4WD would have been way better, but with a little care and as long as the road is dry, it works out well. However, arriving in Santa Elena, the weather becomes indeed an issue. This evening, an unusual heavy tropical storm hits the little town, rain is coming from all sides punching in our faces and temperatures drop that much that the ladies are spending the night in sleeping bags. Since the weather is not getting any better the next morning, we sadly cancel the zip line and cloud forest plans and move on to the west coast to rather get some sun.

First stop is Quepos, where we stay one night in the Suenos Tranquilo hotel. On the way to Quepos, you should not miss the bridge over Rio Tarcoles, sometimes known as the “Killer Crocs of Costa Rica”. Indeed, below the bridge, no less than about 35 crocodiles are chilling in the sun and water, definitely worth a photo stop. In Quepos we spend the night having a drink at the famous “El Avion” Bar and Restaurant, built into an old cargo airplane set high upon a cliff. A very cool experience. With an almost empty petrol tank, we make it back to the city, have dinner in La Cocina and decide to spend the last days until our departure in Uvita.

The Ballena Roja, a lovely hostel managed by a German Couple, is definitely a little hidden gem. Positioned on the south end of Uvita, only 3 walking minutes from the beach, it is the perfect place to relax and chill, and for tours around the area. We enjoy the warm pacific water, inhale the sunshine and lay down under palm trees. But one little daytrip is not to be missed: the Nauyaca waterfalls. And those are for sure worth seeing. Having paid 8 USD entrance fee, you need to walk another 4km to the falls (and also here: the parking lot can be reached with a 2-wheel-drive, even if the recommendation says otherwise), but what you can expect is a little Caribbean paradise. There’s not much to say, just have a look at the pictures – no filter!

On Sunday morning, we sadly start our way back to San Jose. As always, two weeks went way to fast, and with a last Imperial at the airport, we recap our memories. Regina and Chris are going to move on to Peru, as we say goodbye to Anja and send her on the way back to Germany.

Summing it up, Costa Rica is a wonderful country, and of course one could have spent way more time here. A bit sad about not having seen the cloud forests, we happily realize that Lufthansa also opens a direct connection to San Jose in April, so we can always come back. Better sooner than later, because the expansion of tourism is still accelerating…

In a nutshell – our personal tips:

  • UBER is available in San Jose. Slightly more expensive than a bus, on the other hand way more convenient and cheaper than taxi.
  • San Jose as such can be visited in one day.
  • Tortuguero National Park is a highlight and is not to be missed.
  • Cahuita is way more relaxed and more authentic than Puerto Limon or Puerto Viejo.
  • In La Fortuna, everything costs money. Except the public access to the hot river at Tabacón, this is definitely worth it.
  • Depending on how flexible you want to be, a rental car is worth it. We spent 288 EUR for 8 days including free mileage and all insurances. A link to a great value rental car website can be found in our travel tips.
  • You should at least plan for 2 weeks, three is even better for traveling. Especially when you’re flying in from Germany at a 10 or 12 hour flight.