New York, New York – eine Runde Weihnachten

Keine Zeit, lange zu lesen? – unsere Highlights gibt’s am Ende des Artikels 🙂

Wer hat sie nicht in Erinnerung: die Szene, als Kevin in New York vor dem prachtvoll beleuchteten Weihnachtsbaum am Rockefeller Plaza steht? Ein Kindheitstraum für bestimmt so einige aus unserer Generation. Oder mal eine Runde Schlittschuhlaufen im Central Park bei klirrender Kälte. Vor der Skyline Manhattens? Auch wir haben uns gedacht, man muss sie mal im Winter erlebt haben, die Stadt die niemals schläft. The Big Apple. Also fliegen wir hin, Anfang Dezember. Für 5 Nächte. Und es war mal wieder ein geniales Reise-Erlebnis! Obgleich es sich nicht mehr wirklich lohnt, nur des Shoppings wegen nach New York zu fliegen – doch dazu später mehr…

Wir fliegen mit SAS über Stockholm hin und über Oslo zurück. Bei recht kurzen Zwischenstops lohnt es sich, einmal nach solchen Flügen zu schauen, kann man doch bis zu mehreren hundert Euro sparen im Vergleich zum Lufthansa Direktflug ab München. So landen wir am 4. Dezember nachmittags in Newark – was zumindest politisch zu New Jersey und damit nicht mal mehr zum Staat New York gehört. Wir buchen uns vorab einen Sammel-Transfer mir GoAirlink. Der ist zwar mit 37,- EUR für uns beide zusammen recht günstig, auf der Fahrt in die Stadt stellt sich jedoch heraus, dass wir am Abend der „Lighting Ceremony“ des berühmtesten aller Christbäume gelandet sind. Wir brauchen geschlagene 2,5 Stunden, bis wir endlich im Hotel einchecken können. Denn das liegt nunmal in Midtown Manhatten, fußläufig zwischen Central Park und Times Square. Wir beziehen ein Zimmer im 28. Stock und suchen uns trotz der Müdigkeit noch eine Kleinigkeit zu Essen. Burger scheinen uns angemessen, die gibts u.a. bei Smith’s Bar auf der 8th Av. Es wird Zeit fürs Bett, der Tag war dann doch verdammt lang…

Der Ausblick am kommenden Morgen weckt uns dann doch recht schnell auf und wir gönnen uns erst mal ein kleines Frühstück im Hotel. Anschließend stellt sich die Frage, wie man sich in New York am besten bewegt. In der Tat kennt wohl auch jeder die berühmten Yellow Cabs, doch sollte man natürlich den Verkehr in der Stadt nicht unterschätzen. Wer also ein wenig Stadterfahren ist, sollte sich mit dem Metro System auseinandersetzen. Mal davon abgesehen, dass es super interessant ist, gilt es als eines der größten und komplexesten der Welt. Verschiedene Tickets werden angeboten, vom Single Ride über Tagestickets bis zur Metrocard mit unlimited rides über mehrere Tage. Als Faustregel lässt sich hier sagen, dass ab einem Aufenthalt von 3-4 Tagen und 12 Fahrten eine Metrocard unlimited für 7 Tage lohnenswert ist. Die kostet 34 USD, und ist damit sorgenfrei. Man bekommt sie am Ticketautomaten in der nächsten Metrostation. Wir entscheiden uns für diese und fahren erst mal zur Highline. Die Highline ist eine alte Hochbahnlinie, die nach Ihrer Stilllegung zu einem Park umfunktioniert wurde. Auf dem ca. 2,5km langen Abschnitt lässt sich flanieren, es gibt Kunst zu bestaunen und am nördlichen Ende warten die Hudson Yards mit dem neu gestalteten „Vessel“. Der Clou des Ganzen: der Besuch kostet ausnahmsweise mal nichts, was für New York leider eher ungewöhnlich ist.

Dass dem so ist, zeigt sich bei einer der wohl „größten“ Touristenattraktionen, die wir allerdings nicht auslassen wollen: das One World Observatory auf dem 1 World Trade Center, auch bekannt unter dem Namen „Freedom Tower“. Die 2015 eröffnete Aussichtsplattform ermöglicht nach einer beeindruckenden Videoshow den 360 Grad Rundblick über Manhatten, nach Queens und auf New Jersey mit Jersey City. 1 WTC ist das höchste Gebäude der USA und das sechsthöchste der Welt. Die Aussichtsplattform befindet sich auf Etage 100 bis 103 des insgesamt 104 Stockwerke umfassenden Bauwerks. Ein Besuch ist schlichtweg atemberaubend, schlägt aber – will man den fast access und den digitalen Tourguide nutzen – mit ca. 106 USD für zwei Personen zu buche. Das ist eine Menge Geld, aber wir finden es lohnt sich, seht selbst:

Das Wetter meint es gut mit uns, es ist zwar kalt, aber die Sonne scheint, also begeben wir uns noch in den Financial District, schauen uns mal die Börse an und finden in der Nassau Street den Seasonal Street Food Market. Der läuft den ganzen Dezember und lädt trotz Kälte zu leckerem Street Food ein. Von dort aus lässt es sich auch recht gut zur Brooklyn Bridge und vor allem darüber laufen. Ein weiteres Highlight, dass man erstens nicht missen sollte und was zweitens kein Geld kostet. Will man die ganz großen Massen an Touristen umgehen, geht man über die GANZE Brücke, und nicht nur bis zum ersten Tower 😉 Da trennt sich dann ein wenig die Spreu vom Weizen und man kann zumindest mal ein paar schöne Fotos machen und die Aussicht genießen, ohne weg gedrängt zu werden. Die imposante Brücke überspannt den East River und verbindet die Stadtteile Manhattan und Brooklyn miteinander. Das schöne ist der einige Meter über der Fahrbahn gelegene zentrale Fußweg. Der ermöglicht einen tollen Blick über die Stadtteile und auf die Brückenkonstruktion.

Wir nehmen die Metro zurück nach Manhatten, streifen zunächst noch ein wenig durch Soho, merken aber schnell, dass die Preise hier nicht ganz dem Umfang unserer Geldbeutel entsprechen. Dafür wird es langsam dunkel und wir wollen nun endlich den wohl berühmtesten aller Weihnachtsbäume sehen. Also gehen wir nach einem kurzen Aufwärmen im Hotel rüber zum Rockefeller Plaza. Und da steht er dann. Geschmückt mit mehr als 50.000 LED’s und knallbunt, geziert von einem riesigen Stern an der Spitze. Wir kommen uns ein wenig vor wie Kevin allein in New York. Wobei wir die Menschenmassen auf dem Film so nicht in Erinnerung haben. Nichts desto trotz, beeindruckend ist der Baum gerade von der Szenerie und der Eisbahn allemal. Wir laufen noch ein wenig die 5th Avenue herunter, die zur Weihnachtszeit auch festlich geschmückt und mit tollen Animationen anmutet. Zum Dinner gehen wir ins „Characters“ direkt neben dem Hotel, und lassen den Abend mal wieder gemütlich bei Bier und Musik ausklingen.

Auch am 3. Tag in New York verwöhnt uns das Wetter. Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg in den Central Park, der im Übrigen auch im Winter nichts an seiner Imposanz einbüßt. Ist man erstmal an den Rikscha-Fahrern und Pferdekutschen vorbei, versüßen einem hunderte Eichhörnchen den Tag, denen wir lange beim Vergraben der Nüsse zuschauen. Die Eisfläche vor der Skyline auf der Südseite lädt all diejenigen auf eine Runde Schlittschuhlaufen ein, die mal wieder das nötige Kleingeld mitbringen. Am Wochenende – und das inkludiert Freitage – ist man zu zweit rund 70 USD los, wenn man Schuhe leihen muss. Aber Achtung: cash only! Ja, auch im Land der Kreditkarten kann man hier leider nur bar bezahlen. Wir entscheiden uns diesmal dagegen und beobachten eine Weile die Eismaschine, bevor wir die Stadt weiter zu Fuß erkunden: Grand Central Terminal, die berühmte Bahnstation, Soho und das Flatiron Building, welches leider eingerüstet ist – ausgerechnet. Am Abend entdecken wir den wie es scheint einzigen europäisch angehauchten Weihnachtsmarkt an der Südwest-Ecke des Central Park. Doch auch hier gilt wie überall in Nordamerika: kein Alkohol auf der Straße. Alkoholfreier Glühwein ist dann doch nicht so das Wahre. Dafür gehen wir heute Abend einem Tipp nach und haben einen Tisch bei Dino BBQ in Harlem reserviert. Hammer! Da müsst Ihr hin. Die Burger, das Bier und die ganze Atmosphäre sind es wert, da raus zu fahren. Mit einem weiteren Highlight starten wir ins New Yorker Nachtleben: das Bathtub Gin! Eine aus Zeiten der Prohibition stammende Trinkhalle verbirgt sich hinter einem tagsüber geöffneten Coffee-Shop. Eine Tür in der Wand führt abends in eine echt schick gestaltete Bar, in welcher man seinen Gin & Tonic in einer alten Badewanne sitzend einnehmen kann. Wer kann, der reserviert sich einen Platz, ansonsten kann schon mal eine Wartezeit in der Schlange draußen drin sein – gerade im Winter bissl kalt 😉

Eine Sache haben wir bisher aber noch nicht gesehen: die Freiheitsstatue. Die wiederum lässt sich auf zwei Arten ansehen: mit der doch recht teuren und sehr touristischen Tour auf Liberty Island, oder mit der kostenfreien Staten Island Ferry, die sowieso an der Lady vorbei fährt. Das Wetter ist wie immer traumhaft, also nehmen wir die zweite Option und machen eine gemütliche kleine Bootsfahrt. Anschließend ist Shopping angesagt, wir gehen mal ein wenig tiefer in die Boutiquen Sohos und vor allem auch zu Macy’s. Wie schon angekündigt, lohnt sich das große Einkaufen nicht mehr wirklich. Der Wechselkurs ist nicht mehr interessant genug, und die Preise der großen Marken wie z.B. G-Star sind es mit 180 bis 200 USD ebensowenig. Nach echten Schnäppchen muss man suchen, aber das klappt am beste in den Stores, die sowieso gerade einen Sale haben. So schaffen auch wir es, ein paar Calvin Klein Jeans für 40 USD und Kleider für günstiges Geld zu ergattern. Aber ausschließlich zum „Christmas-Shopping“ nach New York? Das wäre rausgeworfenes Geld.

Nach einem New York Cheesecake am Nachmittag bei Eileens Special Cheesecake treffen wir uns abends mit David. Wir haben ihn auf der Weltreise in Peru kennen gelernt, er hat uns im Oktober in München besucht und ist nun zurück in Boston. Wir freuen uns sehr über das Wiedersehen und gehen – wieder mal – nach Hells Kitchen. Zugegeben, an Auswahl von Restaurants und Bars mangelt es in New York nun wirklich nicht. Also heute mal außergewöhnlich: time to get messy. Mit Handschuhen und Folienschürze „bewaffnet“ nehmen wir im Aqua Boil Cajun Seafood Platz. Ein Ort, an dem frische Flusskrebse und Garnelen mit bloßen Händen gegessen werden. Wir haben super viel Spaß. Auch beim anschließenden Bier und Tischtennis Match im Fat Cat geben wir alles 😉

Am kommenden Tag haben wir uns Tickets für Aladdin gebucht. Eine Broadway-Show sollte bei einem New York Aufenthalt generell nicht fehlen. Doch darf man auch hier natürlich die Preise der Tickets nicht außer Acht lassen. Dennoch, die Auswahl ist riesig und es ist generell für jeden etwas dabei. Die Krönung wären natürlich so genannte Wartelistenplätze für die Jimmy Fallon Late Night Show gewesen, doch leider wird nicht aufgezeichnet, während wir in New York sind. Also gehen wir mittags ins Theater und das ist wirklich eine tolle Show, wunderschön dargestellt und gesungen, wir sind begeistert.

Da David zwei Tage in der Stadt geblieben ist, gehen wir auch heute noch einmal zusammen Essen im B Squared, einem italienischen Restaurant auf der 9th Avenue. Der Laden ist nicht groß, daher ist eine Reservierung dringend angeraten. Unseren letzten Abend in New York schließen wir dann mit Drinks in der Press Lounge ab, einer Roof Top Bar, die auch im Winter durch einen angebauten Wintergarten und einen gigantischen Blick auf Manhattan besticht. Wir verabschieden uns und hoffen auf ein Wiedersehen, irgendwann, irgendwo auf dieser Welt. Und wir sind immer wieder froh, liebe Menschen kennen gelernt zu haben, mit denen wir so wirklich auf einer Wellenlänge liegen.

Den letzten Tag vor dem späten Abflug verbringen wir ganz gemütlich, wir Frühstücken in Ruhe und besorgen die allerletzten Einkäufe, bevor es dann über Nacht nach Hause geht. Und wie es so oft schon war: heute regnet es. Zeit, nach Hause zu fliegen. Es war ein hammer Kurztrip. New York hat so unglaublich viel zu bieten, aber für alle, die noch hin wollen, hier noch mal unsere List mit den Top Aktivitäten und Dingen, die man sehen sollte:

Unsere Tips & Highlights – und was man lassen kann:

  • Egal auf welchem Airport Ihr landet: wenn Ihr in Manhattan „wohnt“, nehmt einen Zug. Ihr seid allemal schneller als mit einem Auto oder Bus, der Verkehr ist nahezu immer katastrophal.
  • In der Stadt bewegt Ihr Euch am besten mit der Metro, das geht schnell und man kommt fast überall hin.
  • 1 World Trade Center – der Freedom Tower – lohnt sich definitiv, wenn auch teuer. Die Erfahrung und Aussicht über die Stadt ist gigantisch. Schönes Wetter vorausgesetzt.
  • Zu Liberty Island muss man nicht hin. Nutzt die kostenlose Staten Island Ferry, die fährt an der Statue vorbei – da kann man sie wirklich gut sehn. Hinfahrt rechts, Rückfahrt links in Fahrtrichtung 🙂
  • Auch kostenlos ist der Spaziergang über die Brooklyn Bridge. Geht mindestens bis zur Mitte oder direkt rüber nach Brooklyn, am ersten Pfeiler trennt sich die Spreu vom Weizen der Touristenströme.
  • Die große Halle des Grand Central Terminal ist wahnsinnig beeindruckend – einfach mal stehen bleiben und genießen.
  • Zur Weihnachtszeit natürlich der Baum am Rockefeller Plaza, die dekorierten großen Super-Kaufhäuser wie Macy’s und Saks, aber auch der kleine Weihnachtsmarkt an der Südwest-Ecke des Central Park, alle einen Besuch wert.
  • Eine Broadway-Show ist teuer, aber unseres Erachtens einen Besuch wert. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei, von Comedy bis Phantom der Oper. Tickets kann man gut über Broadway.com beziehen – auch noch 2 Tage vorher.
  • Die Eisbahn im Central Park ist schön anzusehen, aber der Preis unseres Erachtens einfach viel zu hoch. Denn der Andrang an Menschen und die Schlange am Eingang lassen nicht gerade auf ein „romantisches“ Erlebnis schließen.

Eat & Drink

  • B Squared auf der 9th Avenue – sehr gemütlicher kleiner Italiener mit leckerem Essen und angemessenen Preisen.
  • Dinosaur BBQ in Harlem oder Queens – super coole Atmosphäre, authentisch amerikanisch und geile Burger.
  • Aqua Boil Cajun Seafood – auch auf der 9th Avenue – ein echtes Meeresfrüchte-Erlebnis, let’s get messy. Must visit!
  • Eileen’s Special Cheesecake – Soho. Kleine Mini-Käsekuchen für Zwischendurch. Mini Laden, immer voll, aber geschmacklich ganz groß!
  • Bathtub Gin – versteckte Bar aus Zeiten der Prohibition, verbirgt sich hinter einem Coffee Shop und hat eine nicht zu verachtende Gin-Auswahl.
  • The Press Lounge – Roof Top bar mit genialem Blick über Manhatten, perfekt um den Abend ausklingen zu lassen. Dresscode beachten!
  • Fat Cat – eine riesige Underground bar mit günstigem Bier, Live Musik, Tischtennis und anderen spielen, super coole und lässige Atmosphäre!

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