Danke 2019 – welcome 2020!

Es war still auf unserem Blog im Jahr 2019. Nicht, weil in diesem Jahr nichts passiert ist – sondern weil eigentlich viel zu viel passiert ist. Wir lieben das Reisen und das Schreiben darüber, aber im vergangenen Jahr haben sich schlichtweg andere Prioritäten ergeben. Also nehmen wir euch mal auf eine andere Art und Weise mit auf die Reise – Unser 2019:

Das Leben ist wie eine Leinwand. Jeden Morgen kannst du dir aussuchen, ob du am alten Bild weiter malst oder ein neues beginnst.

Schon Ende 2018 hatte Chris von der täglichen 160km-Pendelei über die A3 die Schnauze gestrichen voll. Hinzu kam das nach Hause kommen in eine leere Wohnung, denn Riga war in ihrem Job Montag bis Donnerstag weit weg von daheim. Ständige Pendelei, wenig soziale Kontakte in einer fremden Stadt, Partner nicht zu Hause – da ist definitiv Frustpotenzial am Start. Wir entschieden daher, dass es sinnvoll wäre, wenn Chris sich so langsam mal nach einem neuen Job umschauen würde.

Das Projekt „neuer Job“ lief zwar anfangs schleppend, doch dann sehr erfolgreich für Chris. Ende Januar kam ein Angebot aus München, was in jedem Fall vielversprechend aussah. Was also tun? Wieder zurück nach München – zu Freunden und zu den Bergen? Oder weiter suchen und das Glück im Rheinland bei der Familie und am Rhein suchen? Recht schnell stand aber fest: So ein Angebot bekommt Chris nicht noch einmal so bald. Daher hieß es: Auf zur Wohnungssuche in München.

Wer bereits die Bekanntschaft mit der Wohnungssuche in München gemacht hat, weiß, dass dies nicht ganz so einfach von statten geht. Erst Recht nicht aus 400km Entfernung und mit einem fixen Zeitpunkt im Nacken. Natürlich haben wir Freunde und Bekannte in München schon darauf angesetzt uns direkt Bescheid zu geben, wenn sie von einer freien Wohnung erführen – doch meist war dies entweder außerhalb unseres Budgets, außerhalb unserer Wunschumgebung, zu früh oder zu spät verfügbar oder einfach schlichtweg zu klein. Außerdem stand die Überlegung an, ob es Sinn macht, weiter zu mieten, oder ob sich nicht doch etwas eigenes fände. In München. Haaaaa ha.

Aber ein „Lottogewinn“ muss ja nicht immer nur monetärer Art sein. Denn aus Jux und Dollerei – manche würden sagen Langeweile – platzierten wir einfach mal eine Suchanzeige bei eBay-Kleinanzeigen. Keine zwei Tage später meldet sich Alexandra bei uns. Sie würde frühestens im Mai ein 3-Zimmer-Wohnung mit kleinem Garten im Osten Münchens verkaufen – ob wir uns das mal ansehen möchten. Die ersten Bilder über Whatsapp sehen vielversprechend aus. Also haben wir für ein Wochenende Anfang März unterschiedliche Wohnungsbesichtigungen im Osten Münchens vereinbart. Und schnell wurde klar, die Wohnung gefällt uns richtig gut – vor allem im direkten Vergleich zu allem, was man so angeboten bekommt. Denn auch Mietwohnungen haben wir uns natürlich angesehen. Was uns bei diesen Terminen für eine echt hohe Warmmiete angeboten wurde, war – gelinde gesagt – unter aller sau: schiefe oder kaputte Böden, Schimmel an den Wänden, undichte Fenster, Wohnungen ohne Einbauküche. Nach einem Termin mit der Interhyp noch am selben Wochenende war klar, dass es wohl eine eigene Bleibe werden würde, sollte die Bank mitspielen.

So kam es, dass wir Mitte April, zwei Wochen vor unserer Hochzeit, die wir so mal nebenbei auch geplant und organisiert haben, die Zusage von zwei Banken für eine Finanzierung erhielten. Dies hieß aber auch für uns fünf Tage vor unserer Hochzeit nochmals nach München fahren zu müssen, da die Bank nicht in der Lage war ein PostIdent-Verfahren anzubieten. Wir mussten uns vor Ort legitimieren und die Verträge vor Ort unterschreiben. Also sind wir Sonntag Abend nach München gefahren, um uns Montag früh bei der Bank zu legitimieren. An dieser Stelle ein Dank an Alex & Marie, die uns jedesmal wenn wir in München waren bei sich haben übernachten lassen. Ohne euch wäre der ganze Spaß noch teurer geworden.

Der Witz in der ganzen Aktion: Am Montag hat keiner bei der Bank nach unseren Ausweisdokumenten gefragt – es hätte also auch ganz einfach irgendwer aus München diese Verträge für uns unterschreiben können und wir hätten uns die 1200km gespart. Liebe Bank bitte beachtet doch konsequent §154 AO! Aber mit diesen Unterschriften war die Finanzierung durch und wir konnten uns voll und ganz auf unsere Hochzeit konzentrieren – und Chris noch auf seinen JGA, der am 01.05. anstand. Denn wie gesagt, heiraten wollten wir ja am 3. Mai auch noch.

Um einen von Chris besten Freunde beim JGA dabei zu haben, hat sein Trauzeuge diesen auf zwei Tage vor den Tag der Tage gelegt. Mit Riga wurde dafür der Deal abgeschlossen, dass Chris am Nachmittag vor der Hochzeit wieder halbwegs fit ist, um bei den restlichen Vorbereitungen zu helfen. Während sich also die Jungs auf dem Rhein und in Koblenz vergnügten (denn sowohl Hochzeit als auch beide JGA fanden in der Heimat (Bonn bzw. Koblenz) statt), hat sich Riga um den Sitzplan und die Wegweiser gekümmert.

Der Tag vor unserer Hochzeit stand ganz im Zeichen von Deko. In unserem Standesamt gab es leider nur einen CD-Spieler, also haben wir kurzerhand das E-Piano von Rigas Mutter dorthin transportiert um am nächsten Tag musikalische Begleitung zu haben. Die Blumen und der Brautstrauß mussten in der Gärtnerei abgeholt – Danke Familie Timme für das Erfüllen von Rigas Träumen – und in der Partylocation arrangiert werden. Die Käsetorte wurde von Riga „aufgebaut“ und auch unsere selbgebaute Gin-Bar durfte nicht fehlen. Als der Aufbau beendet war, ist jeder zu seinen Eltern gefahren. Chris nach Nauort, Riga nach Alfter.

In Nauort wurde an dem Abend die Luft aber noch etwas dicker. Chris Blumenanstecker war viel zu üppig gesteckt und lies sich nicht ordentlich fest machen – wenige Stunden vor der Hochzeit kann dies doch etwas Stress und Unmut verursachen. Während Chris Mutter also anfing den Anstecker zu verkleinern, holte Chris Trauzeuge vorsorglich Rigas Hochzeitsgeschenk für Chris hervor. Eine gute Flasche Whiskey zur Nervenberuhigung – sie hat ihren Zweck erfüllt.

Der Best Man Alex

Am Hochzeitsmorgen waren wir beide dann doch etwas aufgeregt – nachdem wir diese ganze Aufregung und Panik in manchen Onlineforen vorher nicht nachvollziehen konnten. Danke liebe Trauzeugen, dass ihr an diesem Tag die Ruhe bewart habt und der Gegenpol zu unserer Aufregung wart.

Unsere Hochzeit war für uns aber definitiv DAS Highlight des Jahres 2019. Der Standesbeamte hat eine wundervolle Trauung gehalten, Rigas Mutter hat die Zeremonie musikalisch begleitet und für alle, die nicht live dabei sein konnten, hat eine Freundin die Trauung per WhatsApp live gestreamt 😀 Nach der Trauung ging es in kleiner Runde zum Mittagessen. Mark vom Römerhof in Bornheim hat uns mit seinem Team ein kulinarisches Gedicht gezaubert. Dass wir danach nicht gerollt sind, ist nur der engen Kleidung zu verdanken!

Die anschließende Party in der Scheune vom Gasthof Bockenbusch hätten wir uns besser nicht erträumen können. Freunde und Familie aus allen Ecken Deutschlands sind angereist um mit uns an diesem Freitag Abend zu feiern. Nach Grillbuffet, Brautschuhklau und der standesgemäßen Weitergabe des Brautstraußes an die nächste Braut war die Tanzfläche dann – zur Verwunderung des DJ – von 21 bis 3 Uhr nicht mehr leer! Für uns trotz bescheidenem Wetter – vielleicht auch gerade deshalb – die perfekte Party überhaupt, und wir könnten nicht dankbarer sein für all die lieben Freunde, die an dem Tag mit uns für uns da waren!

Wie es sich nach einer Hochzeit gehört, waren wir auch flittern. Und wo konnte es anders hingehen als in die Stadt der Liebe: Roma! (Anmerkung von Chris: das wäre eigentlich Paris, aber seis drum ;)) Nach dem Stress der vorhergehenden Wochen ein wundervoller entspannter Urlaub – Hierüber schulden wir euch noch einen Bericht! Wir holen ihn nach – großes Ehrenwort!

Flitterwoche in Rom

Samstags kamen wir aus Rom nach Hause nach Offenbach – Sonntag sind wir schon wieder nach München gefahren um Montags beim Notar den Kaufvertrag für die Wohnung zu unterschreiben. So wurden wir am 13.5. als Familie Gansen Immobilienbesitzer. Zeit dies zu feiern hatten wir leider nicht so viel, denn wir beide mussten auch wieder arbeiten, also ab vom Notar zurück ins Büro.

Mitte Juni hatte schließlich Chris seinen letzten Arbeitstag beim alten Arbeitgeber – für viele wäre das die Zeit, sich zu erholen. Nicht aber für uns. Während Riga mit den Müttern in Offenbach die Schränke leer geräumt, Kisten gepackt und die alte Wohnung auf Vordermann gebracht hat, hat Chris mit den Vätern die neue Wohnung renoviert. Die Männer haben in den Wohnräumen die Böden herausgerissen, eine Wand eingeschlagen, Durchgänge verschlossen und verputzt, elektrische Fensterläden eingebaut, alles gestrichen und einen neuen Parkettboden verlegt – und das alles in nur 10 Werktagen. Mehr Zeit hatten wir leider nicht, denn am ersten Juli musste Chris nämlich seinen neuen Job schon antreten. Wie wir sind, haben wir auch alles on time geschafft und von Erholung geträumt.

Falls sich der Text oben ein wenig gehetzt und gestresst liest: ja das war die Zeit auch zwischendurch. So schön sie auch war, sie war sehr Kräfte zehrend. Was manche in mehreren Jahren machen, erledigten wir in weniger als 6 Monaten: Wohnung suchen, kaufen, renovieren, umziehen und zusätzlich heiraten und einen neuen Job beginnen – wobei einige den bürokratischen Aufwand und die hin- und her-Rennerei dahinter bestimmt auch schon kennen.

Durch den Umzug in den Osten Münchens sind wir aber wieder näher an den Alpen, und so suchen wir seit Juli wieder Entspannung in den Bergen. Um langsam wieder rein zu kommen, sind wir mit kleineren Wanderungen gestartet. Unsere erste Wanderung sollte vom Spitzingsattel hoch zur Brecherspitz führen. Im strömenden Regen sind wir los gewandert – wir waren motiviert. Aber als auch nach der Hälfte der Strecke das Wetter nur schlechter wurde und die Sicht weiterhin eingeschränkt war, entschieden wir umzukehren. Eine Woche später sind wir nochmal los – bei strahlendem Sonnenschein und bester Sicht. Es hat sich gelohnt!

Das gute Wetter hat uns dann noch auf den Klettersteig am Mondsee geführt. Auf einigen Internetportalen als B/C kategorisiert, ging es für Riga eher in Richtung C/D. So war der Klettersteig sehr gut gesichert, jedoch hatte man teilweise sehr ausgesetzte Passagen oder musste fast senkrecht die Wand hoch klettern. Hinzu kam die Beliebtheit des Klettersteiges, sodass wir teilweise Schlange stehen mussten um weiter zu kommen. Die Sicht am Klettersteig über den Mondsee und auch viele Passagen sind sehr toll – doch an Erfahrung sollte es hier nicht mangeln.

Außerdem hat so ein Umzug nach Bayern einen klaren Vorteil: mindestens ein zusätzlicher Feiertag im August. Dieser fiel in diesem Jahr auf einen Donnerstag – laaaaaaanges Wochenende! Für uns also wieder: Ab in die Berge! Diesmal mit mehr Gepäck um direkt drei Tage unterwegs sein zu können. Unsere Hüttenwanderung führte uns ins Schlerngebiet. Auch hiervon wollen wir euch in einem separaten Artikel berichten – mit Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Mehrtages-Wanderung. Also – stay tuned!

Mitte September startet dann in München das größte Volksfest der Welt. Da ist es ja klar, dass wir uns das auch nicht entgehen lassen. Die Freunde und Familie aus dem Rheinland freuen sich dann auch darüber, dass wir einen Schlafplatz anbieten können. Und so war ab Mitte September für 5 Wochenenden – also über das Oktoberfest hinaus – unser Gästezimmer immer belegt. So gerne wir Gäste bei uns haben und uns auch über den Besuch freuen, zwischendurch brauchen wir auch die Zeit zu zweit. Viele Paare sehen sich immerhin unter der Woche – das fällt bei uns durch Rigas Job ja leider aus. 2020 versuchen wir die Besuche etwas mehr zu entzerren und mindestens ein Wochenende im Monat unverplant zu lassen. Schaun mer mal.

Ende Oktober wurde Riga noch die Ehre zu teil, Patentante zu werden. Also wieder Sachen packen und in die Heimat düsen. Die kräftezehrenden Wochen haben aber ihre Spuren hinterlassen. Direkt nach der Taufe wurde Riga so richtig krank – erst ein grippaler Virusinfekt, den man nur symptomatisch behandeln kann. Das mit Freunden geplante lange Wochenende über den ersten November haben wir zwar angefangen aber leider vorzeitig abbrechen müssen. Wir beide waren einfach nur k.o. Den Koffer am Sonntag Abend schon gepackt, ging Riga aber mit Übelkeit ins Bett. Mitten in der Nacht dann das Rendezvous mit der Toilette bis in die frühen Morgenstunden. An Aufbruch zur Arbeit war nicht zu denken, eher die Fahrt ins Krankenhaus. Hier gab es dann auch die Medikamente intravenös, die dann endlich gewirkt haben. Wie erschöpft Riga wirklich war, hat man daran gemerkt, dass sie den ganzen Tag und die anschließende Nacht komplett verschlafen hat.

Mitte November kehrte dann kurzzeitig Ruhe bei uns beiden ein. Keine verplanten Wochenenden, dafür mehr Zeit für einander. Im Dezember haben wir dafür aber nochmal Gas gegeben!

Zuerst ging es für 5 Tage nach New York! Geile Stadt – und auch schon beichtet, zum Beitrag gehts hier 😉 Dann gab es von Rigas Arbeitgeber eine mega Weihnachtsfeier in Münster zu der auch Chris eingeladen war und dann ging es wieder Ski fahren!

Nach drei Jahren Pause aufgrund von 2 Knie-OPs hat Riga entschieden, dass das Knie lange genug schon wurde und es wieder Zeit für Ski- und Snowboard war. Während Chris mit Rigas Bruder Richard auf Snowboards die Piste runter düste, lernte Riga von neuem wieder auf Skiern zu fahren. Also schön wieder im Pflug in die Kurve 😀 Das Knie hat auf jeden Fall gehalten!

Nun ist auch schon Weihnachten mit der Familie gefeiert, alle Geschenke sind übergeben und das neue Jahrzehnt wurde gestern gebührend begrüßt! Wir freuen uns, mit lieben Freunden ins neue Jahr gefeiert zu haben und wünschen Euch allen und uns ein spektakuläres und gesundes Jahr 2020. Möge es viele wundervolle Erlebnisse, Eindrücke und Reisen bringen, und gespickt sein mit viel Liebe, Mut und Glück!

Happy new Year! Chris & Riga

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